Verzinsung der Lebensversicherung bleibt konstant

Die Talfahrt der letzten Jahre bei der laufenden Verzinsung von kapitalbildenden Versicherungsprodukten ist nach aktuellen Mitteilungen vorerst gestoppt. Die Mehrzahl der Versicherer hält die Verzinsung für Ihre Kunden stabil, einige wenige erhöhen diesen Wert im Kalenderjahr 2019.

Die vergangenen Jahre hatten für Finanzplaner in Gesprächen mit den Kunden über bestehende kapitalbildende Versicherungen wenig hoffnungsvolle Informationen. Die Verzinsung der bestehenden Produktgruppen sank von Jahr zu Jahr. Im vergangenen Jahr 2018 wurde ein neuer Tiefstwert erreicht. Die Rating-Agentur Assekurata stellte in ihrer jährlichen Analyse fest, dass der Marktdurchschnitt bei 2,83 Prozent lag. Im Jahr 2017 lag dieser Wert noch bei 2,88 Prozent. (Die genaue Übersicht finden Sie hier.

Was macht das Jahr 2019?

Erfreulicherweise scheint die Talfahrt vorerst gestoppt zu sein, die meisten Versicherungen halten Ihre Verzinsungen konstant. Auch seitens der Politik gab es im vergangenen Jahr tatkräftige Unterstützung, die sich auf die aktuellen Überschußdeklarationen bereits ausgewirkt haben könnte. Die Neuregelung der Zinszusatzreserve (ZRR). Diese wurde in 2011 eingeführt und hierdurch möchte der Gesetzgeber sicherstellen, dass die Versicherungsunternehmen die zugesagten Leistungen an Ihre Kunden trotz des Niedrigzinsen erfüllen können. Im Kalenderjahr 2017 betrug dieser Reservetopf bereits 60 Milliarden Euro.

Die Kehrseite für die Versicherungsunternehmen war jedoch, dass durch den drastischen Zinsverfall immer höhere Summen für den Reservetopf aufgewendet werden mussten. Die hierfür benötigten Summen kamen zunehmend aus langfristigen Kapitalanlagen, die vor Fälligkeit veräußert wurden – zum Nachteil der bestehenden Kunden. Ohne eine Neuregelung der ZRR hätten die Lebensversicherungsunternehmen im Kalenderjahr 2018 weitere 20 Milliarden Euro zurücklegen müssen – ein (trauriger) neuer Rekord.

Durch die neue Berechnungsmethode schätzt der Branchenverband GDV die Summe auf 5,5 Milliarden Euro. Dieser verringerte Aufbau der Reserve gibt den Versicherungsunternehmen die Möglichkeit Ihren Kunden die Überschusszinsen kontant zu halten oder vereinzelt auch zu erhöhen.

Fazit: Nichts desto trotz sollte jeder Finanz- und Nachfolgeplaner die bestehenden Versicherungsprodukte auf Sinnhaftigkeit und Rendite überprüfen. Häufig sind die Überschussdeklarationen das eine, die internen Kosten der Produkte jedoch das andere. Hierfür kann exemplarisch die jährlich erscheinende Statistik der BaFin genommen werden, hier zeigt sich das die Verwaltungs- und Abschlusskosten bei manchen Versicherungsunternehmen hohe Kostenblöcke darstellen, die der Kunde mit klassischen Versicherungsprodukten nur schwerlich verdienen kann.

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