Ist Wohneigentum noch erschwinglich?

In den letzten Jahren haben die Umsätze mit Immobilien stark zugenommen. Während im Jahr 2008 mit 817.000 Immobilien ein Umsatz von 131 Mrd. Euro erzielt wurde, betrug im Jahr...

In den letzten Jahren haben die Umsätze mit Immobilien stark zugenommen. Während im Jahr 2008 mit 817.000 Immobilien ein Umsatz von 131 Mrd. Euro erzielt wurde, betrug im Jahr 2016 der Umsatz 237,5 Mrd. Euro durch die Veräußerung von mehr als 1 Million Immobilien. Dabei haben sich die Transaktionen bei Wohnimmobilien an allen Immobilientransaktionen von 62 Prozent (2009) auf 72 Prozent (2016) erhöht.

Dennoch gehört Deutschland hinsichtlich der Wohneigentumsquote weiterhin zu den Schlusslichtern in Europa. Nur einen Platz vor der Schweiz mit der geringsten Eigentumsquote von 41,3 Prozent liegt Deutschland mit einer Quote von 51,4 Prozent, während die höchsten Wohneigentumsquoten mit über 90 Prozent in Rumänien, Kroatien und der Slowakei erreicht sind.

Aufgrund der starken Immobilienpreisentwicklung stellt sich die Frage, inwieweit Wohneigentum noch erschwinglich ist. Aus der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (Drucksache 19/12955) geht hervor, dass die Preise für Eigentumswohnungen und Häuser seit 2008 in den sieben größten deutschen Städten um 108 Prozent gestiegen sind, das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte jedoch nur um 25 Prozent zunahm. Auch hat sich die Relation zwischen Kaufpreisen und Jahresmieten von Wohnimmobilien in den letzten Jahren erheblich erhöht. Während in den sieben Großstädten im Jahr 2008 der Kaufpreis der Wohnimmobilien durchschnittlich das 21,9-fache der Jahresmiete ausmachte, hat der Immobilienkäufer 2018 das 31,5-fache der Jahresmiete aufgebracht.

„Neben den Immobilienpreisen und den verfügbaren Einkommen haben die Finanzierungsbedingungen einen maßgeblichen Einfluss auf die Erschwinglichkeit von Immobilien“, so die Bundesregierung in ihrer Antwort. Sie führt weiter aus, dass im Zuge der anhaltend niedrigen Zinsen sich die Finanzierungsbedingungen für viele Haushalte in den letzten Jahren grundsätzlich verbessert haben. Das Baukindergeld trägt zusätzlich zur Erschwinglichkeit bei, indem es die individuelle Finanzierungsbelastung senkt. Durch das Baukindergeld hat die Bundesregierung zahlreichen Familien den Schritt in das Wohnungseigentum erleichtert. Bis zum 31. Juli 2019 wurden 123.754 Anträge mit einem Volumen von rund 2,6 Mrd. Euro gestellt. Zu den weiteren Instrumenten zur Unterstützung der Wohneigentumsbildung durch die Bundesregierung zählen insbesondere die Wohnungsbauprämie, die soziale Wohnraumförderung, die Riester-Rente sowie der Wohngeld-Lastenzuschuss.

Quelle: Bundestags-Drucksache 19/12955

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