Studie von Credit Suisse – längere Arbeitszeit und verspäteter Rentenbeginn unvermeidbar

Die zunehmende Alterung der Gesellschaft führt zu starken Belastungen für das Altersvorsorgesystem. Die Autoren der Credit Suisse-Studie fordern zum Umdenken in der Rentenpolitik auf. Die Lösung dürfte nicht jedem...

Die zunehmende Alterung der Gesellschaft führt zu starken Belastungen für das Altersvorsorgesystem. Die Autoren der Credit Suisse-Studie fordern zum Umdenken in der Rentenpolitik auf. Die Lösung dürfte nicht jedem gefallen.

Die Situationsbeschreibung der Studie ist jetzt nicht unbedingt neu: Immer weniger aktive Arbeitnehmer müssen für den Ruhestand einer zunehmenden Anzahl von Ruheständlern aufkommen. Das Lebensalter der Rentner steigt von Jahr zu Jahr, durch die verlängerte Bezugsdauer der Rente steigt die finanzielle Belastung für die Rentenkassen.

Das Credit Suisse Research Institute (CSRI) untersuchte in einer aktuellen Studie die Folgen derartiger Entwicklungen für die Rentensysteme in verschiedenen Ländern.

Die Ergebnisse zeigen, dass „besonders in den Industrieländern die jüngeren Bürger erwarten, dass Altersvorsorgepläne als Einkommensquelle im Alter an Bedeutung verlieren. Die positive Botschaft: Viele nutzen ihr Arbeitseinkommen „als ihren Sparplan für die Zukunft“.

Die zentralen Befunde der Untersuchung sind:

  • Der demografische Wandel erhöht den Druck auf die bestehenden Vorsorgesysteme weltweit. Die Studie warnt vor verzögerten Reformen durch politischen Druck auf die Regierungen.
  • Versorgungssysteme sind nicht flexibel und sind tendenziell als starr einzustufen.
  • Das bisherige Konzept des dreistufigen Lebenszyklus Ausbildung, Arbeitsleben und Ruhestand entspricht nicht den Anforderungen der Zukunft.

Längere Arbeitszeit als Lösung?

Die Studie schlägt einen bereits häufig gehörten Ansatz vor: Am sinnvollsten „wäre eine schrittweise Anhebung des Pensionierungsalters“.

Wegen des Geburtenrückgangs und der höheren Lebenserwartung steigt der Anteil von Altersrentnern an der Bevölkerung. Der Anteil der über 65-jährigen ist in den Industrieländern von 7,7 Prozent im Jahr 1950 auf derzeit über 19 Prozent gestiegen. Prognosen kommen zu dem Schluss, dass der Anteil bis 2050 auf etwa 27 Prozent wächst. In den Entwicklungsländern lag der Wert im Jahr 1950 bei 3,8 Prozent. 2020 dürfte er 7,4 Prozent erreichen.

Der lange Weg zu einem nachhaltigen Vorsorgesystem

Zur „nachhaltigen Verbesserung der Rentensysteme“ bieten sich gemäß den Autoren folgende Optionen an:

  • Die Bürger müssen mehr Geld für den Ruhestand zurücklegen (entweder freiwillig oder verpflichtend).
  • Steuererhöhungen (wird jedoch durch die bereits hohen Steuersätze als schwierig von den Autoren eingestuft).
  • Erhöhung des Renteneintrittsalters zur Reduzierung der Finanzierungslücke.
  • Sinkende Altersrenten um die finanzielle Stabilität des Rentensystems sicherzustellen.

Bei der Zeitschrift „DasInvestment“ finden sich 10 Charts, die den Inhalt der Studie visuell darstellen. Die entsprechende Seite finden Sie hier.

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