Kitces: Unterscheidung zwischen finanziellem Stress und Ängsten und Strategien zur Kundenkommunikation, um zu helfen

In der heutigen Kultur des digitalen Zeitalters, in der fast alle Nachrichten- und Medienquellen sofort zugänglich sind und Informationsüberlastung ein normaler Zustand ist, ist es nicht überraschend, dass Stress...
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In der heutigen Kultur des digitalen Zeitalters, in der fast alle Nachrichten- und Medienquellen sofort zugänglich sind und Informationsüberlastung ein normaler Zustand ist, ist es nicht überraschend, dass Stress und Angst in unserer schnelllebigen Gesellschaft sehr häufig vorkommen. Und in der Tat sind es Stress und Angst vor bestimmten finanziellen Problemen, die die Menschen am häufigsten dazu bewegen, überhaupt erst einmal einen Berater aufzusuchen! Was wiederum bedeutet, dass Berater einige Strategien in ihrem Werkzeugkasten haben sollten, um Kunden (potenzielle oder andere), die gestresst und ängstlich sein könnten, wirksam zu helfen. Dementsprechend besteht der erste Schritt darin, zu verstehen, dass die Begriffe „Stress“ und „Angst“ zwar oft austauschbar verwendet werden, in Wirklichkeit aber zwei sehr unterschiedliche Dinge sind und unterschiedliche Ansätze erfordern.

Während Stress das Ergebnis von äußeren Reizen ist, die als ein gewisses Maß an Bedrohung wahrgenommen werden (mit einer entsprechenden Reaktion auf die Bedrohung, die die Unsicherheit über die eigene Fähigkeit, mit dem betreffenden Thema umzugehen, mit sich bringen kann), resultiert Angst aus inneren Kräften, die aus einer ungesunden Einstellung zu einer bestimmten Idee oder einem bestimmten Konzept entstehen. Während also Stress beseitigt werden kann, wenn die äußeren Stimuli entfernt werden, gilt dies nicht unbedingt auch für die Angst. Während ein äußerer Reiz dazu dienen kann, Angst auszulösen, kann die Beseitigung des äußeren Reizes keine Wirkung auf die Angst haben, da es die verinnerlichte Idee ist, die die Angst verursacht (im Gegensatz zum eigentlichen äußeren Auslöser).

Eine kürzlich von der FINRA Foundation veröffentlichte Studie untersuchte spezifische Unterschiede zwischen Personen, die über finanziellen Stress und finanzielle Ängste berichten, und stellte fest, dass 44% aller Befragten über finanziellen Stress berichteten. Andere Ergebnisse der Studie zeigten, dass das Stressniveau je nach Geschlecht, Einkommensniveau, Altersgruppe, Gesundheitsbelangen, Vorhandensein von Angehörigen und Ruhestandsstatus variiert. Weitere Einzelheiten zu diesen Unterschieden sind in den folgenden Abbildungen zu finden.

Interessanterweise ist die finanzielle Besorgnis in einer Vielzahl von demographischen Gruppen durchweg höher als der finanzielle Stress, etwa 10 Prozent höher. Dies könnte durch die Definition von Stress und Angst selbst gerechtfertigt sein. Während Stress durch die Beseitigung der als Stressor wirkenden Reize angegangen werden kann, bleibt die Angst als psychologischer Schaden bestehen, selbst wenn der Stressor, welcher auch immer, die ursprüngliche Wurzel der Angst sein mag, nicht vorhanden ist.

Und obwohl Stress und Angst sehr ähnlich erscheinen mögen, sind die zugrunde liegenden Ursachen unterschiedlich, und die Kommunikationsstile zum Umgang mit jeder Bedingung sollten entsprechend angepasst werden. So können Berater, deren Klienten unter Stress leiden, ihnen am wirksamsten helfen, indem sie das stressige Thema positiv umformulieren (indem sie beispielsweise daran erinnern, wie sie ähnliche Herausforderungen in der Vergangenheit erfolgreich bewältigt haben), sich auf das Problem konzentrieren (das spezifische Problem und den Angriffsplan besprechen) und dem Klienten Aufgabenlisten aufstellen. Auf der anderen Seite können Klienten mit Angstzuständen von diesen Strategien überwältigt werden. Dementsprechend können die Berater verschiedene Techniken anwenden, wie z.B. die Bereitstellung eines sicheren Ortes für Gespräche über Geldfragen, das Anbieten von Beratung als Lehrer und Unterstützer und das Erkennen und Anerkennen von Wachstum und Fortschritt. Und während Stress und Angst an der Oberfläche ähnliche Symptome zu haben scheinen, können einfache Beurteilungsinstrumente dem Berater helfen, zu beurteilen, ob seine Kunden Stress oder Angst haben, so dass die Kommunikationsstrategien entsprechend angepasst werden können.

Letztlich ist der entscheidende Punkt, dass, obwohl Stress und Angst viele Menschen betreffen, Finanzberater ihren Kunden am besten helfen können, indem sie über Mechanismen verfügen, die ihnen helfen, Stress und Angst zu erkennen, die sie möglicherweise erleben. Darüber hinaus müssen die Berater auch für sich selbst sorgen und ihre eigenen Stress- und Angstprobleme bewältigen, sonst laufen sie Gefahr, ihre eigenen Emotionen unbeabsichtigt auf den Kunden zu übertragen.

… hier geht es zum Beitrag auf kitces.com

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Marketing & Kommunikation
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