Diese Fristen gelten für Erben

Der Tod eines Menschen ist ein emotionales Ereignis. Denn sollten kompetente Berater Ihre Kunden auf geltende Fristen hinweisen oder ggfs. beratend zur Seite stellen. Im Erbrecht gelten zahlreiche Fristen...
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Der Tod eines Menschen ist ein emotionales Ereignis. Denn sollten kompetente Berater Ihre Kunden auf geltende Fristen hinweisen oder ggfs. beratend zur Seite stellen.

Im Erbrecht gelten zahlreiche Fristen und diese sind auf den ersten Blick unübersichtlich. Wer eine dieser zahlreichen Fristen versäumt, hat in der Praxis Probleme seine Rechtsposition zu halten. Nachstehend werden wir praxisrelevante Fristen darstellen:

§ 28 Personenstandsgesetz ist sicherlich vielen unbekannt, aber hat einen hohen Wichtigkeitsgrad: Spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag muss der Tod eines Menschen beim zuständigen Standesamt angezeigt werden.

Auch der § 1944 Abs. 1 BGB ist zu beachten. Die Frist zur Ausschlagung einer Erbschaft beträgt sechs Wochen. Die Frist beginnt mit dem Moment der Kenntnis des Anfalls und dem Grund der Berufung beim Erben. Diese Frist ist sehr ambitioniert, da es in der Praxis schwer möglich ist, innerhalb von sechs Wochen einen Überblick über den Schuldenstand und Konsistenz des Nachlasses zu erhalten. Die Frist erhöht sich, wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz im Ausland hatte oder der Erbe sich zu Beginn der Frist im Ausland aufgehalten hat.

§ 2082 Abs. 1 BGB lässt die Frist mit Kenntnis eines Anfechtungsgrunds beginnen. Innerhalb der Frist von 12 Monaten muss ein Testament angefochten werden, wenn der oder ein Erbe der Ansicht ist, dass der Erblasser bei Erstellung des Testaments einem Irrtum oder einer Bedrohung folgte. Die Anfechtung ist jedoch gemäß § 2082 Abs. 3 BGB nach 30 Jahren ausgeschlossen.

In den §§ 195, 199 BGB wird eine Frist von 3 Jahren für Pflichtteilsberechtigte festgelegt. In Nachlassfällen seit dem 01.01.2010 ist diese für Auskunftsansprüche und den Herausgabeanspruch von Zahlungen relevant. Sofern jedoch Klage erhoben wird, findet eine Hemmung der Frist statt.

Auch die §§ 30 und 31 ErbStG sind jedoch nicht zu vergessen. Denn jeder Erwerb ist vom Erwerber binnen von 90 Tagen nach erlangter Kenntnis dem zuständigen Finanzamt schriftlich anzuzeigen. Das Finanzamt darf dann die Abgabe einer Steuererklärung innerhalb von 30 Tagen veralgen.

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