Kitces & Carl Ep 67: Ein persönliches Wachstumsziel setzen, wenn Sie nicht mehr Einkommen für den Erfolg brauchen

Obwohl es in den letzten Jahren einige schrittweise Veränderungen gegeben hat, ist die Finanzberatungsbranche traditionell (und auch weiterhin) darauf ausgerichtet, Personen anzuziehen, die sich in einer Karriere wohlfühlen, in der ihr Verdienst je nach Arbeitseinsatz gesteigert werden kann. Betrachtet man das von Barry Schwartz in seinem Buch “The Paradox of Choice” vorgestellte Verhältnis zwischen Maximierern und Satisfizierern (wobei Maximierer diejenigen sind, die ständig nach mehr streben, während Satisfizierer diejenigen sind, die sich damit zufrieden geben, “gerade genug” zu haben), so ist die Beratungsbranche darauf ausgerichtet, diejenigen anzuziehen, zu belohnen und zu feiern, die eher auf der Maximiererseite der Gleichung landen. Jüngste Untersuchungen von Kitces über das Wohlbefinden von Beratern zeigen jedoch, dass sich das selbst empfundene Wohlbefinden eines Beraters zwar stetig verbessert, wenn sein Nettogehalt steigt (d. h. Geld macht wirklich glücklich), dass aber die steigenden Einnahmen nur bis zu einem bestimmten Punkt (etwa 1,5 Mio. USD) zum Wohlbefinden eines Beraters beitragen, und sobald die Firmeneinnahmen darüber hinaus wachsen, besteht eine direkte umgekehrte Korrelation zwischen dem Wohlbefinden des Beraters und den Einnahmen. Und für Finanzberater, die diesen starken Rückgang des Wohlbefindens vermeiden wollen und einen Punkt erreicht haben, an dem ihr Geschäft so gut läuft, dass sie nicht mehr so stark auf Wachstum drängen müssen, stellt sich die Frage, wie sie ihren Fokus weg vom Wachstum… und hin zu etwas anderem verlagern können.

In unserer 67. Folge von Kitces & Carl erörtern Michael Kitces und der Experte für Kundenkommunikation Carl Richards, wie Berater darüber nachdenken können, ihre eigenen Praktiken für etwas anderes als den Umsatz zu optimieren, warum herauszufinden, wie man auf etwas anderes als Geld zusteuern kann, sogar noch mehr zum Glück beitragen kann, und was Berater tun können, nachdem sie den Optimierungsprozess durchlaufen haben.

Die erste Veränderung, die ein Berater vornehmen kann, um von einer aggressiven Wachstumsmentalität wegzukommen, besteht darin, dass er über Möglichkeiten nachdenkt, wie er sein Nettoeinkommen und nicht “nur” seine Einnahmen steigern kann. Zu den Strategien gehört es, die profitabelsten Kunden der Praxis zu identifizieren, die anderen (weniger) profitablen Kunden an einen Berater zu verweisen, der sie besser betreuen kann, und dann zu versuchen, diese idealen Kunden zu wiederholen. In der Zwischenzeit können Berater, die mit ihrem Einkommensniveau und dem Aufbau ihrer Praxis zufrieden sind, damit beginnen, ihre eigenen Interessen und Ziele zu optimieren, z. B. die Anzahl der freien Tage pro Jahr, die Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen, oder die Anzahl der gespielten Tennismatches, um nur einige zu nennen!

Von dort aus können sich die Berater dann der Frage zuwenden, was zu tun ist, sobald sie für die (neue, nicht umsatzbezogene) Kennzahl optimiert haben, die sie erreichen wollen. Und genau an diesem Punkt brauchen die Berater oft die meiste Hilfe. Denn wie es bei unseren eigenen Kunden oft der Fall ist, haben sich nur wenige Berater die Zeit genommen, wirklich darüber nachzudenken, wie wir unser Leben idealerweise gestalten möchten, und könnten daher auch davon profitieren, ihren eigenen Lebensplanungsprozess zu durchlaufen, wie er beispielsweise von George Kinder oder Money Quotient angeboten wird. Für viele Berater kann das Setzen von kühnen, ehrgeizigen persönlichen Zielen ein Weg sein, aus dem Kreislauf des Wachstums um des Wachstums willen auszusteigen, und ihnen helfen, ihre Zeit und Energie in eine ganz andere (und positivere) Richtung zu lenken.

Letztlich geht es darum, dass es bestimmte Schritte gibt, die Berater unternehmen können, um ihr eigenes Wohlbefinden zu verbessern, sobald sie einen Punkt erreicht haben, an dem sie nicht mehr so hart für das Wachstum ihres Unternehmens arbeiten müssen und anfangen können, einen Teil der Belohnungen für all die harte Arbeit zu ernten, die sie geleistet haben, um diesen Punkt zu erreichen. Und auch wenn nicht alle Berater diesen Punkt (noch) erreicht haben, so bleibt doch festzuhalten, dass die bloße Überlegung, was ihre Ziele sein werden, sobald sie in ihrem Unternehmen so viel verdienen, dass sie die Einnahmen nicht mehr nur um des Wachstums willen steigern müssen, dazu beitragen kann, dass sie ihr Unternehmen mit Absicht aufbauen und sich auf die langfristigen Ziele konzentrieren, die wirklich am wichtigsten sind!

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