Phase 1: Datenaufnahme

In dieser Phase wird der Erfolg der privaten Finanzplanung gelegt, oder auch häufig nicht. Die Datenaufnahme bildet die Basis zur Erstellung der Finanzplanung und hochwertige Daten sind für eine Analyse essentiell wichtig.

Der Kunde wird in der Regel mit einem standardisierten Datenaufnahmebogen zu allen Aspekten seiner finanziellen und familiären Situation befragt. Zu den erfragten Daten gehören persönliche Daten wie Alter, Familienstand, Kinder ebenso wie alle relevanten Informationen über Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Zur Abrundung der Datenaufnahme gehört auch eine klassische Gewinn- und Verlustrechnung („Haushaltsrechnung“) zur Erstellung der Zahlungsströme in den kommenden zu planenden/betrachtenden Jahre.

Nützliche Dokumente:

  • Standardisierter Datenaufnahmebogen (ein exemplarisches Beispiel finden Sie von der Seite www.financial-planning-services.de)
  • Steuererklärung des letzten Jahres
  • Haushaltsrechnung oder die Umsätze der letzten 6 Monate
  • Übersicht aller (kapitalbildenden) Versicherungen und Renteninformationen

Phase 2: Analyse

Diese Phase gliedert sich in drei Schritte: Die Ermittlung des finanziellen und familiären Ist-Zustandes, einen Vergleich des Ist-Zustandes mit der vom Kunden gewünschten Soll-Struktur und last but not least die Entwicklung von Strategien zur Erreichung der gewünschten Soll-Struktur.

Ist-Zustand: Im Rahmen dessen werden alle vorliegenden Informationen aufbereitet und im vereinbarten Betrachtungszeitraum „hochgerechnet“. Dies kann nur mittels qualitativ hochwertiger Software oder Excel-Programme funktionieren (einen Überblick über die bestehenden Programm werden wir zeitnah nachreichen). In der Analyse des Ist-Zustandes spielen der Finanzstatus, der Vermögenstatus und eine Betrachtung der jeweiligen Risikosituation eine gewichtige Rolle. In der Analyse werden alle Vermögenswerte mit Ihren Verläufen in der Zukunft betrachtet, welche Veränderungen passieren in den kommenden Planjahren und welche Auswirkungen werden diese auf den Kunden haben. Hierdurch kann durch eine vereinbarte Szenario-Analyse die finanzielle Situation des Kunden in Extrem-Situationen (Berufsunfähigkeit, Tod, etc.) betrachtet und bewertet werden.

  • Finanzstatus: Im Prinzip versteht man hierunter eine „Gewinn- und Verlustrechnung“, welcher die Einnahmen und Ausgaben im Status Quo und hochgerechnet in den nächsten Planjahren berücksichtigt. Zielsetzung ist die Ermittlung des Liquiditätsüberschusses bzw. der -unterdeckung, denn die Erkenntnis über die Höhe der Liquidität ist im Rahmen der Liquiditätsplanung als auch in der Strategieentwicklung von besonderer Bedeutung.
  • Vermögensstatus: Hierunter ist eine klassische Vermögensbilanz zu verstehen, welche angelegt an eine Unternehmensbilanz in Aktiva und Passiva aufgeteilt wird. In der Aktiva sind alle Vermögenswerte aufgeführt und in der Passiva ist die Finanzierung dieser dargestellt. In der Regel werden die Werte in der Aktiva nach Liquidierbarkeit und die Passiva nach Ihrer Fristigkeit sortiert.
  • Risikostatus: In diesem Statusbericht sind die klassischen Szenarien (Krankheit, Berufsunfähigkeit, Pflege- und Todesfall) analysiert und bewertet. Sehr häufig wird in der jüngeren Vergangenheit ein weiteres Szenario „Scheidung“ aufgenommen, da besonders für Unternehmer hier entsprechend große Risiken gelagert sind.

Soll-Ist-Vergleich: Durch die Ermittlung des Ist-Zustandes steht in der Praxis eine solide Datenbasis zur Verfügung, mit der nun durch den Finanz- und Nachfolgeplaner geprüft werden kann, inwiefern die vom Kunden geäußerten finanziellen Ziele erreicht werden können. Somit werden Abgleiche der bestehenden Möglichkeiten mit den Zielen vorgenommen, reicht z.B. das vorhandene und das „hochgerechnete“ Vermögen um die dritte Lebensphase („Ruhestand“) ausreichend zu finanzieren.

Szenario: Bei den Abgleichen zwischen Ist-Zustand und Soll-Zustand beginnt die wirkliche Arbeit eines Finanz- und Nachfolgeplaners. Hierbei kommt es sehr häufig zu Spannungen oder Zielkonflikten, welche durch den Finanzplaner zu definieren und zu lösen sind. Denn die Erreichung der finanziellen Ziele des Kunden steht im Mittelpunkt und soll bestmöglichst erfüllt werden, somit sind u.U. auch mehrere Handlungsalternativen zu prüfen und vorzustellen. Im schlechtesten Fall ist durch den Kunden eine Priorisierung und somit eine Veränderung seiner finanziellen Ziele vorzunehmen.

Phase 3: Finanzplanerstellung

Am Ende der Analyse und Entwicklung einer künftigen Strategie erhält der Kunde ein „Finanzgutachten“ oder auch „Finanzplan“ genannt. Dieses ist in der Praxis entweder eine schriftliche Expertise oder eine Zusammenstellung von diversen kommentierten Powerpoint-Folien, in der die aktuelle Situation des Kunden abgebildet ist.

Formaler Aufbau: In der Praxis hat sich eine zweiteilige Zusammenfassung als sinnig herausgestellt. Im ersten Teil des Finanzplan sind wichtige Ergebnisse dokumentiert und im zweiten Teil ist die Herleitung der künftigen Strategie und die hierfür notwendigen Empfehlungen in Form von Hochrechnungen und Projektion der diversen Vermögensentwicklungen im vereinbarten Betrachtungszeitraum dargestellt.

Inhalt: Der Finanzplan ist geprägt durch die Analyseergebnisse, die Darstellung der finanziellen Ist-Situation und in der Regel durch einen Anhang mit Übersichten und Tabellen (die dem Kunden eine Nachvollziehbarkeit erleichtern sollen). Der Finanzplaner weist in seinem Finanzplan auf Schwachstellen des Kunden hin und zeigt mögliche Lösungswege auf, die es dem Kunden ermöglichen seine finanziellen Ziele zu erreichen.

Phase 4: Strategiegespräch

Aus dem Finanzplan wird in der Praxis eine Präsentation entwickelt, die in einem so genannten „Strategiegespräch“ dem Kunden erläutert wird. In diesem Gespräch erhält der Kunde seinen Finanzplan und die einzelnen Bestandteile werden miteinander besprochen. Ein Vorabversand erweist sich in der Praxis als häufig nicht geeignet und eher störend für ein sinnvolles Strategiegespräch. Viele Kunden sind von der Fülle von Informationen überfordert, denn einen solchen Überblick und vorallem Einblick in das Vermögen haben Sie noch niemals erhalten. Häufig wird dem Kunden auch vor Augen geführt, dass seine finanzielle Ist-Situation mit der gefühlten Situation nicht übereinstimmt.

Phase 5: Umsetzung

Die Umsetzung der im Finanzplan präsentierten Empfehlungen erfolgt in der Praxis auf unterschiedlichen Wegen. Sofern vom Kunden gewünscht, kann die Umsetzung durch den Finanzplaner und seinem Netzwerk erfolgen, oder lediglich vom Finanzplaner begleitet werden. Letztlich obliegt die Art und Weise der Inanspruchnahme des Finanzplaners in dieser Phase dem Kunden, der eigentliche vereinbarte Auftrag (i.d.R. durch Honorar) ist mit dem Strategiegespräch und der Übergabe des Finanzplans abgeschlossen).