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  • Henning Krischke
  • 3. Juni 2025

Die heilige Dreifaltigkeit der Vermögenswerte: Ein neuer Blick auf wahren Reichtum

  • 8 Min. Lesezeit
  • Marketing & Kommunikation
Fisch schwimmt in Glühbirne, kreative Energie
Die heilige Dreifaltigkeit der Vermögenswerte: Ein neuer Blick auf wahren Reichtum

Die unterschätzte Dimension des Vermögensaufbaus

In der Finanz- und Nachfolgeplanung kreisen unsere Gespräche mit Mandanten traditionell um die klassischen Vermögenswerte: Aktien, Anleihen, Immobilien, Liquidität. Wir analysieren Renditen, diskutieren Risikoprofile und optimieren Portfoliostrukturen. Doch eine aktuelle Betrachtung von Tony Isola stellt diesen einseitigen Fokus grundlegend in Frage: Zwei Drittel der wirklich wesentlichen Vermögenswerte bleiben in unseren Beratungsgesprächen häufig unterbelichtet.

Finanzielle Ressourcen stellen zweifellos einen zentralen Pfeiler der Vermögensplanung dar – aber eben nur einen. Zeit und Gesundheit bilden die beiden weiteren tragenden Säulen, die zusammen das vollständige Fundament des “wahren Reichtums” darstellen.

Die drei Lebensphasen und ihr Vermögensparadox

Betrachten wir unser Leben aus dieser Perspektive, ergibt sich ein faszinierendes Muster von drei Hauptphasen:

Phase 1: Jugend

In dieser Phase verfügen wir über ein Übermaß an Zeit und Gesundheit, aber kaum finanzielle Ressourcen (sofern kein Erbe oder Stiftungsvermögen vorhanden ist).

Phase 2: Mittleres Lebensalter

Hier entwickeln wir finanzielle Stärke und erfreuen uns meist guter Gesundheit, doch die Zeit wird zum Mangelgut – verschlungen von Karriere und familiären Verpflichtungen.

Phase 3: Alter

In dieser Phase haben wir Zeit und idealerweise ein solides finanzielles Fundament aufgebaut – doch die Gesundheit beginnt zu schwinden.

Das eigentliche Paradox unserer Vermögensplanung zeigt sich in der Transition zwischen Phase 2 und 3. Hier existiert ein schmales Zeitfenster, in dem alle drei Vermögenskomponenten – Geld, Zeit und Gesundheit – gleichzeitig in ausreichendem Maße vorhanden sein können. Doch viele Vermögensinhaber verlängern Phase 2 unnötig, jagen weiteren Beförderungen, Geschäftserweiterungen oder Vermögenszuwächsen hinterher – und verpassen damit die wertvolle Gelegenheit eines ausbalancierten Lebens.

Das Dilemma der falschen Annahmen

Als Finanzplaner beobachten wir ein wiederkehrendes Muster: Mit zunehmendem Alter und wachsendem Vermögen verschieben sich die Prioritäten unserer Mandanten häufig in eine problematische Richtung. Der Fokus auf finanzielle Vermögensmehrung verstärkt sich, während die Aufmerksamkeit für Gesundheit und die bewusste Nutzung der verbleibenden Zeit abnimmt.

Diese Verschiebung basiert auf einer gefährlichen Fehleinschätzung. Während viele Mandanten davon ausgehen, dass ihr Vermögen ähnlich dem S&P 500 langfristig mit 8-10% jährlich wachsen wird, unterliegen Zeit und Gesundheit einem unaufhaltbaren Abwärtstrend. Anders als bei Immobilienportfolios, Anleiherenditen oder Kapitalmarktgewinnen lassen sich diese beiden essenziellen Vermögenskomponenten nicht vermehren – bestenfalls können wir ihren Verfall verlangsamen.

Behavioral Finance als Schlüssel zum Umdenken

Die Erkenntnis, dass Finanzberatung größtenteils Verhaltens- und nicht nur Vermögensmanagement ist, gewinnt in der modernen Vermögensplanung zunehmend an Bedeutung. Der Behavioral-Finance-Ansatz hilft uns zu verstehen, warum Mandanten oft irrationale Entscheidungen treffen, die ihrem langfristigen Wohlbefinden entgegenstehen.

In turbulenten Marktphasen, wie wir sie aktuell erleben, erreichen uns regelmäßig Anfragen verunsicherter Mandanten:

“Sollten wir die lange geplante besondere Reise jetzt wirklich antreten?”

“Ist es ratsam, das Traumhaus zu erwerben, das wir gefunden haben?”

“Wann wird dieses Marktchaos enden?”

Während wir auf die letzte Frage keine definitive Antwort geben können, lautet unsere Empfehlung zu den ersten beiden Fragen in aller Regel eindeutig: JA!

Diese Entscheidung basiert nicht nur auf dem Vorhandensein diversifizierter Portfolios mit strategischen und taktischen Elementen zum Ausgleich von Marktvolatilitäten. Der tiefere Grund liegt in der Erkenntnis der “Heiligen Dreifaltigkeit” der Vermögenswerte.

Die neue Prioritätensetzung in der Vermögensberatung

Ein modernes, ganzheitliches Verständnis von Wealth Management erfordert eine bewusste Neubewertung unserer Prioritäten. Wenn wir mit Mandanten über ihre Vermögensplanung sprechen, sollten wir konsequent alle drei Vermögensformen thematisieren und eine ausgewogene Betrachtung fördern.

Barry Ritholtz, Gründer von Ritholtz Wealth Management und einer der führenden Vordenker im Bereich Behavioral Finance, bringt es auf den Punkt: “Jahrzehnte als Investor und Händler an der Wall Street haben mich gelehrt, dass Panik kommt und geht. Drawdowns, Korrekturen und Crashs sind nicht das Problem – Ihr Verhalten als Reaktion auf Marktturbulenzen ist es, was langfristigen finanziellen Schaden verursacht.”

In diesem Kontext ist die einzig rationale Reaktion auf schwindende Gesundheit und vergehende Zeit, keine kostbare Sekunde davon zu verschwenden. Dies bedeutet konkret, dass wir unsere Mandanten ermutigen sollten, ihr finanzielles Vermögen bewusst als Mittel zur Steigerung ihrer Lebensqualität einzusetzen – insbesondere in jenem schmalen Zeitfenster, in dem alle drei Vermögenskomponenten noch in ausreichendem Maße vorhanden sind.

Goals-based Financial Planning als Lösungsansatz

Um dieses neue Verständnis von Vermögenswerten strukturiert in die Beratungspraxis zu integrieren, bietet sich der Ansatz des zielbasierten Finanzplanungsmodells (Goals-based Financial Planning) an. Dieser Ansatz beginnt nicht mit abstrakten Vermögenswerten, sondern mit konkreten, individuellen Lebenszielen des Mandanten.

Im zielbasierten Ansatz ordnen wir Vermögenswerte bewusst den verschiedenen Lebensbereichen und -zielen zu. Dabei berücksichtigen wir explizit alle drei Dimensionen des Vermögens:

  1. Finanzielle Ressourcen: Welche finanziellen Mittel stehen zur Verfügung, um bestimmte Lebensziele zu erreichen?
  2. Zeitliche Dimension: Wie viel Lebenszeit kann und sollte für verschiedene Lebensziele eingesetzt werden?
  3. Gesundheitliche Voraussetzungen: Welche gesundheitlichen Aspekte müssen berücksichtigt werden, um Lebensziele realisieren zu können?

Diese Betrachtungsweise führt zu einer grundlegend anderen Priorisierung als die traditionelle Vermögensoptimierung. Statt die Maximierung des finanziellen Vermögens als oberstes Ziel zu definieren, fokussieren wir auf die Optimierung der Lebensqualität unter Berücksichtigung aller drei Vermögenskomponenten.

Praktische Umsetzung in der Beratungspraxis

Die Integration der “Heiligen Dreifaltigkeit” der Vermögenswerte in die Beratungspraxis erfordert konkrete methodische Anpassungen. Hier einige praxisnahe Ansätze:

1. Erweiterung der Vermögensanalyse

Ergänzen Sie Ihre klassische Vermögensanalyse um strukturierte Fragen zu zeitlichen Ressourcen und gesundheitlichen Aspekten:

  • Wie viel Zeit verbringt der Mandant aktuell mit beruflichen Verpflichtungen im Verhältnis zu persönlich erfüllenden Aktivitäten?
  • Welche gesundheitlichen Einschränkungen existieren bereits oder könnten in Zukunft relevant werden?
  • In welchem Verhältnis stehen finanzielle Ziele zu Zeit- und Gesundheitszielen?

2. Visualisierung des Vermögensdreiecks

Entwickeln Sie eine grafische Darstellung, die das individuelle “Vermögensdreieck” des Mandanten visualisiert:

  • Wo steht der Mandant aktuell in Bezug auf die drei Vermögenskomponenten?
  • Wie könnte sich dieses Dreieck in den nächsten 5, 10 oder 20 Jahren entwickeln?
  • Welche bewussten Entscheidungen könnten zu einer ausgewogeneren Verteilung führen?

3. Szenarien-basierte Entscheidungsfindung

Arbeiten Sie mit konkreten Szenarien, die verschiedene Lebensmodelle und deren Auswirkungen auf alle drei Vermögenskomponenten darstellen:

  • Szenario 1: Maximierung des finanziellen Vermögens durch weitere intensive Berufstätigkeit
  • Szenario 2: Bewusste Reduktion der Arbeitszeit zugunsten persönlicher Projekte und Beziehungen
  • Szenario 3: Gezielte Investitionen in gesundheitsfördernde Maßnahmen und Lebensqualität

4. Integration in die Nachfolgeplanung

Berücksichtigen Sie alle drei Vermögenskomponenten auch in der Nachfolgeplanung:

  • Wie können finanzielle Vermögenswerte so übertragen werden, dass sie Zeit und Gesundheit der nächsten Generation fördern statt belasten?
  • Welche nicht-finanziellen “Vermögenswerte” (wie gemeinsame Zeit, gesundheitsbezogenes Wissen) sollten bewusst an die nächste Generation weitergegeben werden?

Fazit: Ein Paradigmenwechsel in der Vermögensberatung

Die “Heilige Dreifaltigkeit” der Vermögenswerte – Finanzen, Zeit und Gesundheit – erfordert ein fundamentales Umdenken in der Finanz- und Nachfolgeplanung. Als professionelle Berater stehen wir vor der Herausforderung, über den traditionellen Fokus auf finanzielle Vermögenswerte hinauszudenken und eine wirklich ganzheitliche Perspektive einzunehmen.

In volatilen Marktphasen wird dieser erweiterte Blickwinkel besonders wertvoll. Er ermöglicht uns, Mandantenentscheidungen in einem breiteren Kontext zu betrachten und zu bewerten. Die zentrale Erkenntnis lautet: Während sich Finanzmarktkrisen mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann erholen werden, haben wir über die Entwicklung von Gesundheit und verbleibender Lebenszeit weit weniger Kontrolle.

Die professionelle Finanz- und Nachfolgeberatung steht somit vor einer Evolution – weg von der reinen Vermögensmehrung hin zu einem ausgewogenen Management aller drei Vermögenskomponenten, mit dem Ziel einer optimierten Lebensqualität. Wer diesen Paradigmenwechsel vollzieht, wird nicht nur zufriedenere Mandanten haben, sondern auch substanzielleren Mehrwert in der Beratung schaffen können.

Praxisorientierte Checkliste zur Implementierung der “Heiligen Dreifaltigkeit” in der Vermögensberatung

BeratungsaspektKonkrete MaßnahmeRechtliche/Fachliche Grundlage
BestandsaufnahmeErfassung aller drei Vermögenskategorien (finanzielle Ressourcen, Zeitressourcen, Gesundheitsressourcen) im ErstgesprächEU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II: Geeignetheits- und Angemessenheitsprüfung unter Berücksichtigung der persönlichen Gesamtsituation
RisikoanalyseErweiterung der klassischen Risikoprofilierung um gesundheitliche und zeitliche Risikofaktoren§ 64 Abs. 3 WpHG: Umfassende Berücksichtigung der persönlichen Umstände bei der Anlageberatung
ZieldefinitionDefinition von Vermögenszielen in allen drei Dimensionen mit klarer zeitlicher PriorisierungISO 22222: Internationale Norm für Financial Planning mit ganzheitlichem Ansatz
PortfoliostrukturAufbau von “Lebensphasen-Portfolios” mit unterschiedlichen Schwerpunkten je nach LebensabschnittBaFin-Rundschreiben 05/2023: Anforderungen an Kundengerechte Finanzplanung
VermögensnachfolgeIntegration von Zeit- und Gesundheitsaspekten in die NachfolgeplanungEU-Erbrechtsverordnung Nr. 650/2012 in Verbindung mit §§ 1922 ff. BGB
Regelmäßige ÜberprüfungJährliches Review aller drei Vermögenskomponenten und deren Entwicklung§ 63 Abs. 4 WpHG: Regelmäßige Überprüfung der Geeignetheit von Anlageempfehlungen
KrisenmanagementEntwicklung von Notfallplänen für Gesundheits- und Zeitkrisen, nicht nur für Finanzkrisen§ 34f GewO: Sorgfaltspflichten bei der Finanzanlagenvermittlung
DokumentationErweiterung der Beratungsdokumentation um alle drei Vermögensaspekte§ 18 FinVermV: Anforderungen an die Dokumentation von Beratungsgesprächen
VermögensübertragungFrühzeitige Planung der Vermögensübertragung unter Berücksichtigung des optimalen Zeitpunkts für alle Beteiligten§§ 2274 ff. BGB: Erbvertrag und lebzeitige Zuwendungen
WeiterbildungKontinuierliche Weiterbildung zu gesundheits- und zeitbezogenen Aspekten der Vermögensberatung§ 34f Abs. 2 Nr. 4 GewO: Sachkundeerfordernis und Fortbildungspflicht

Diese Checkliste dient als praktischer Leitfaden für die Integration des ganzheitlichen Vermögensverständnisses in die tägliche Beratungspraxis. Die rechtlichen und fachlichen Grundlagen unterstreichen die Relevanz dieses erweiterten Ansatzes im Rahmen der professionellen Finanzberatung und -planung.

Basierend auf dem Originalartikel von Tony Isola: “The Holy Trinity of Assets”, April 2025

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Tel.: +497171 807 919 8
Fax: +497171 973 497 0
E-Mail: office@iffun.org


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