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  • Henning Krischke
  • 28. August 2025

Wenn der Nachlass zum Wrestling-Ring wird – Was Hulk Hogans Fall für die Nachfolgeplanung lehrt

  • 5 Min. Lesezeit
  • Erben & Vererben
Wenn der Nachlass zum Wrestling-Ring wird – Was Hulk Hogans Fall für die Nachfolgeplanung lehrt

Der Tod von Wrestling-Ikone Hulk Hogan (Terry Bollea) wirft nicht nur Fragen nach einem schillernden Lebenswerk auf, sondern auch nach der Organisation eines vielschichtigen Nachlasses. Mit einem Vermögen von über 25 Millionen US-Dollar, mehreren Ehen, Trusts und medial begleiteten Familiendynamiken liefert der Fall ein Paradebeispiel für die Herausforderungen in der Nachfolgeplanung. Besonders brisant: Trotz Trust-Strukturen könnten rechtliche Konflikte nicht ausgeschlossen werden – ein Szenario, das auch in Deutschland zunehmend Relevanz erhält.

Für Finanz- und Nachfolgeplaner ergibt sich daraus eine zentrale Frage: Wie lassen sich komplexe Familien- und Vermögensstrukturen so gestalten, dass Klarheit herrscht – und Drama vermieden wird?


1. Vermögensstrukturen mit öffentlicher Strahlkraft – ein Überblick

Die Vermögenswerte im Fall Hogan

  • Immobilien im Wert von über 11 Mio. USD (darunter Strandhäuser in Florida)
  • Unternehmerbeteiligungen, z. B. an einer Biermarke („Real American Beer“)
  • Lizenzrechte und Markenrechte rund um die Figur „Hulk Hogan“
  • Künftige Projekte, z. B. eine Veranstaltungsarena in New York

Diese Bandbreite stellt eine der größten Herausforderungen für die Nachlassplanung dar: Sachwerte mit Nutzungs- oder Lizenzcharakter, Beteiligungen mit unklarem Bewertungsansatz und nicht zuletzt emotional belegte Vermögenspositionen.

Praxisrelevanz in Deutschland

Auch hierzulande betreuen Berater:innen zunehmend Mandate mit heterogenen Vermögensarten: Immobilienportfolios, Unternehmensanteile, Markenrechte, Patente oder digitale Vermögenswerte. Diese Assets lassen sich weder standardisiert bewerten noch konfliktfrei übertragen, wenn keine klare Struktur vorhanden ist.


2. Ehe, Erbfolge und Pflichtteilsrechte: Komplexität durch Familiendynamik

Die Rolle von Hogans dritter Ehefrau

Sky Daily, Hogans dritte Ehefrau, war zum Todeszeitpunkt mit ihm verheiratet. Nach US-amerikanischem Recht (Florida) steht ihr ein gesetzlich garantierter Anteil von 30 % am Nachlass zu – unabhängig von testamentarischer Regelung.

Übertragbarkeit auf deutsches Recht

In Deutschland regelt sich der Pflichtteil gemäß § 2303 BGB. Ehegatten, Kinder und ggf. Eltern haben unabhängig von einem Testament einen Anspruch auf den Pflichtteil. Dieser beträgt:

  • Für Kinder und Ehegatten: 50 % des gesetzlichen Erbteils
  • Die Höhe hängt vom Güterstand (z. B. Zugewinngemeinschaft) und der Anzahl der Erben ab

Besonders heikel: Im deutschen Erbrecht führen wiederholte Eheschließungen und Kinder aus mehreren Beziehungen regelmäßig zu Pflichtteilsstreitigkeiten.

Beispiel: Praxisfall eines Unternehmers mit zwei Ehen

Ein Unternehmer (65) überträgt zu Lebzeiten Anteile an seine Tochter aus erster Ehe. Im Testament berücksichtigt er nur seine zweite Ehefrau. Nach seinem Tod macht die Tochter ihren Pflichtteil geltend – mit massiven Auswirkungen auf die Liquidität der Unternehmensnachfolge.


3. Trust-Strukturen – Schutzschild oder Scheinsicherheit?

Die Rolle von Trusts im Fall Hogan

Berichten zufolge existieren zwei Trusts: ein persönlicher Trust und ein revocable trust. Diese dienen der Vermeidung von Gerichtsverfahren (probate) und der Privatsphäre – bieten aber bei Streitigkeiten keinen absoluten Schutz.

Deutsche Entsprechung: Stiftung, Nießbrauch & Vorweggenommene Erbfolge

In Deutschland existiert kein Trust-Recht. Dennoch lassen sich ähnliche Wirkungen erzielen, z. B. durch:

  • Familienstiftungen
  • Nießbrauchmodelle bei Immobilienübertragungen
  • Schenkungen mit Auflagen oder Widerrufsvorbehalt

Zentrale Herausforderung: Die steuerliche Anerkennung und die sorgfältige Dokumentation. Fehler können die Struktur angreifbar machen oder zu einer Nachversteuerung führen.


4. Reputationsrisiken und öffentliche Aufmerksamkeit

Familienkonflikte im Rampenlicht

Tochter Brooke Hogan bat bereits vor dem Tod um Entfernung aus dem Nachlass, offenbar aus Misstrauen gegenüber dem Umfeld ihres Vaters. Diese Entscheidung muss jedoch rechtswirksam erfolgen – durch sogenannten Disclaimer (formeller Verzicht auf das Erbe).

Handlungsempfehlung für Berater

Auch in Deutschland lassen sich Pflichtteilsansprüche nicht durch einfache Willenserklärungen oder Beratungsgespräche ausschließen. Ein Pflichtteilsverzicht ist nur mit notariell beurkundetem Vertrag (§ 2346 BGB) möglich.


5. Gestaltungsansätze für deutsche Nachfolgeplaner

Frühzeitige Planung mit rechtlich belastbaren Instrumenten

  • Testament + Ehevertrag = Minimierung von Pflichtteilsrisiken
  • Schenkungen zu Lebzeiten mit klarer Widerrufsklausel
  • Vorsorgevollmachten für den Erbfall (auch für Minderjährige oder entferntere Erben)
  • Verzichtsverträge, wenn Spannungen absehbar sind
  • Einbindung des Unternehmens in die Nachfolgeplanung über Holdingstrukturen, Stiftungen oder Familienpools

Fazit

Der Fall Hogan zeigt, dass auch scheinbar geschützte Vermögen nicht automatisch konfliktfrei vererbt werden. Es braucht nicht nur juristisch belastbare Strukturen, sondern auch Vertrauen, Transparenz und Kommunikation innerhalb der Familie.

Wer Klarheit schafft, verhindert Drama – nicht nur im Ring.


Anhang A: Handlungsschritte für Berater

Nr.Handlungsschritt
1Vermögensarten vollständig erfassen (inkl. Markenrechte, Beteiligungen, digitaler Assets)
2Familiäre Konstellationen detailliert analysieren (Patchwork, neue Ehen, Enterbte)
3Pflichtteilsrisiken identifizieren und beziffern
4Testamente mit Juristen und Steuerberatern abstimmen
5Eheverträge prüfen und ggf. anpassen
6Vorweggenommene Erbfolge strukturiert umsetzen
7Bei großen Vermögen: Stiftung oder Familiengesellschaft prüfen
8Frühzeitiger Einsatz notarieller Verzichtserklärungen
9Klare Kommunikationsstrategie mit Mandanten und Angehörigen etablieren
10Regelmäßige Reviews und Anpassungen der Struktur

Anhang B: Rechtliche Quellen

FundstelleInhalt
§ 2303 BGBPflichtteilsrecht
§ 2346 BGBPflichtteilsverzicht durch Vertrag
§ 1371 BGBEhegattenerbrecht in Zugewinngemeinschaft
§ 518 BGBFormvorschriften für Schenkungen
BGH, Beschluss XII ZB 395/24Grenzen der ehevertraglichen Gestaltung bei Erbverzicht
ErbStG §§ 13, 14Steuerliche Bewertung von Unternehmensübertragungen
AO § 138Mitteilungspflichten bei Auslandsvermögen

Anhang C: Praxisimplikationen

  1. Professionelle Nachfolgeplanung muss interdisziplinär erfolgen – Juristen, Steuerberater und Finanzplaner müssen eng zusammenarbeiten.
  2. Familiäre Spannungen lassen sich nicht juristisch „wegverwalten“ – Beratung braucht Fingerspitzengefühl.
  3. Trust-ähnliche Lösungen sind auch in Deutschland möglich, erfordern jedoch steuerlich und rechtlich saubere Umsetzung.
  4. Pflichtteilsverzichte brauchen Notar – und Zeit.
  5. Medienwirksamkeit ist kein US-Phänomen – auch in Deutschland kann Nachlassstreit öffentlich eskalieren.

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